ADFC-Fahrradklimatest: Jena mit durchwachsenem Ergebnis
Im „Fahrradklimatest 2003“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, einer
bundesweiten Umfrage unter Verkehrsteilnehmern zur Fahrradfreundlichkeit von Städten,
schnitt Jena mit Platz 24 unter 29 Städten seiner Größenklasse eher schlecht ab.
Dabei fiel die Bewertung der einzelnen Fragen sehr unterschiedlich aus.
Das Fahrrad hat in Jena ein gutes Image als Alltagsverkehrsmittel für alle
Alters- und Bevölkerungsgruppen, so das Ergebnis der Umfrage. Auch die jüngsten
Aktivitäten der Stadt, besonders die Einrichtung von unechten
Einbahnstraßen, wurden positiv bewertet. Extrem negativ fiel Jena dagegen
wegen schlechter Abstimmung der Ampelschaltungen auf den Radverkehr auf und belegte bei
dieser Frage den letzten Platz. Besonders negative Wertungen gab es auch wegen
Komfortmängeln im Verkehrsnetz, der weitgehenden Unmöglichkeit zügigen Vorankommens im
Straßenverkehr, vieler Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern und unbrauchbarer
oder fehlender Wegweisung.
Der ADFC Jena wertet das Ergebnis als erste positive Wirkung des neuen Radverkehrskonzeptes,
das u.a. die Aufhebung verkehrshemmender Einbahnstraßen vorsieht. Zur Behebung der Kritikpunkte
fordert der Verein jedoch ein weiter gehendes Umdenken in der Jenaer Verkehrspolitik. So sind nach
ADFC-Ansicht viele Jenaer Ampelanlagen unnötig und können zeitweise oder dauernd abgeschaltet
werden, z.B. Löbdergraben/Steinweg, Johannistor, Saalbahnhof-/Käthe-Kollwitz-Str., Nordschule,
Dornburger-/Scharnhoststraße, Altenburger Straße. Weiterhin fordert der Verein, das Zusammendrängen von
Fußgänger- und Fahrradverkehr im Seitenraum der Straßen zu unterlassen. In diesem Zusammenhang muss
die Verlagerung des Radverkehrs auf die Gehwege in Fürstengraben und Humboldtstraße so
schnell wie möglich aufgehoben werden. Zur Komforterhöhung im Radverkehrsnetz sind darüber hinaus
die Schäden am Saaleradweg bei Wöllnitz sowie einige andere Hindernisse, wie die
Drängelgitter am Gleisdreieck Burgau, schnellstmöglich zu beseitigen.